Wie unterstützen digitale Plattformen Energieeffizienz?

Wie unterstützen digitale Plattformen Energieeffizienz?

Inhaltsangabe

Digitale Plattformen wirken als Katalysator für bessere Energieeffizienz, indem sie Daten, Automatisierung und Analysen verbinden. Sie helfen Facility Managern, Energiebeauftragten und Produktionsleitern, Verbrauchsmuster zu erkennen und Maßnahmen zu priorisieren.

Der Artikel erklärt, welche Funktionen Energiemanagement Plattformen bieten, welche Technologien dahinterstehen und wie man Energie sparen digital umsetzt. Ziel ist es, Auswahlkriterien, Praxisbeispiele, messbare Effekte und Zukunftstrends darzustellen.

Im deutschen Kontext gewinnen solche Lösungen an Bedeutung. Steigende Energiepreise, das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und das nationale Ziel der Klimaneutralität bis 2045 machen nachhaltige Plattformlösungen für Unternehmen und Haushalte notwendig.

Die Relevanz reicht von Immobilienbesitzern und privaten Haushalten bis zu großen Betrieben. Für alle gilt: Energieeffizienz digitale Plattformen können Kosten senken und Nachhaltigkeitsziele erreichbar machen.

Im weiteren Verlauf folgt eine klare Gliederung: Definition und Kernfunktionen, eingesetzte Technologien wie IoT und KI, Bewertungskriterien für Plattformen, Praxisbeispiele, Kennzahlen zu Einsparungen, Grenzen und Zukunftsperspektiven.

Wie unterstützen digitale Plattformen Energieeffizienz?

Digitale Plattformen verbinden Sensorik, Steuerung und Analyse zu einem übersichtlichen System. Sie schaffen Transparenz über Verbräuche und ermöglichen gezielte Maßnahmen zur Optimierung. Das schafft die Grundlage für praktische Einsparungen in Betrieben und Haushalten.

Definition und Kernfunktionen digitaler Plattformen

Die Definition digitale Plattformen umfasst Software-Ökosysteme, die Datenintegration, Visualisierung und Automatisierung bündeln. Sie sammeln Zählerdaten, steuern Geräte und bieten Dashboards für die Auswertung.

Zu den Kernfunktionen Energiemanagement zählen Metering, Alarmmanagement, Regelung von HVAC und Beleuchtung, Lastmanagement und Predictive Maintenance. Anbieter wie Siemens Desigo, Schneider Electric EcoStruxure und ABB Ability liefern typische Plattformlösungen für Industrie und Gebäude.

Wichtige Vorteile für Energieverbrauch und -management

Vorteile digitaler Energiesysteme zeigen sich in Echtzeit-Transparenz und reduzierten Lastspitzen. Nutzer erkennen Verbrauchsmuster und passen Betriebszeiten an, um Tarife zu optimieren.

Automatisierte Steuerung senkt Fehlerquellen und sorgt für konstante Effizienz. Datenanalysen identifizieren ineffiziente Geräte und liefern Handlungsoptionen für Wartung und Austausch.

Plattformen erleichtern die Integration von erneuerbaren Quellen, Batteriespeichern und Demand-Response-Programmen. Das führt zu besserer Netzstabilität und zu neuen Erlösquellen durch Flexibilitätsvermarktung.

Relevanz für deutsche Unternehmen und Haushalte

Für Unternehmen unterstützt die Nutzung die Einhaltung von Vorgaben wie Energieaudit PV nach DIN EN 16247 und die Erstellung von ESG-Berichten. Sie reduziert Betriebskosten und verbessert die Wettbewerbsfähigkeit.

Haushalte profitieren von höherem Komfort und niedrigeren Kosten durch smarte Heizungs- und Beleuchtungssteuerung. Produkte von Homematic IP, tado° und Google Nest lassen sich zunehmend mit Plattformdiensten koppeln.

Die Ausrichtung auf Energieeffizienz Deutschland verlangt Kompatibilität mit DSGVO und den Marktbedingungen wie Strompreisen und Einspeisevergütungen. Plattformen, die diese Anforderungen berücksichtigen, erhöhen die Akzeptanz und Wirkung vor Ort.

Technologien hinter energieeffizienten Plattformlösungen

Moderne Plattformlösungen für Energieoptimierung beruhen auf einem Zusammenspiel aus Sensorik, Datenverarbeitung und intelligenten Algorithmen. Diese Technologien liefern die Basis, damit Gebäude, Fabriken und Haushalte den Verbrauch sichtbar und steuerbar machen. Im Mittelpunkt stehen verlässliche Messdaten, prädiktive Analysen und eine flexible IT‑Infrastruktur.

IoT-Sensorik und Echtzeitdaten

Smart Meter von Herstellern wie Landis+Gyr und Umweltsensoren von Sensirion erfassen Strom, Temperatur, Feuchte und CO2-Werte. Leistungssensoren, Durchfluss- und Druckmessgeräte ergänzen das Bild für industrielle Anwendungen. Kommunikationsprotokolle wie BACnet, Modbus, KNX, MQTT und LoRaWAN sorgen für Interoperabilität zwischen Geräten und Systemen.

Mit präzisen Lastprofilen und granularem Verbrauchsnachweis erkennt das System Abweichungen frühzeitig. Fehler werden schneller lokalisiert. Betreiber erhalten die Datenbasis, um Energie effizient zu steuern und Einsparpotenziale zu heben.

Künstliche Intelligenz und Machine Learning

KI-Modelle nutzen Zeitreihenanalysen und neuronale Netze, um kurzfristige Lastverläufe vorherzusagen. Reinforcement Learning steuert Regelstrategien, etwa für Heizungsanlagen oder Produktionslinien. Anwendungsfälle reichen von prädiktiver Wartung bis zur Anomalieerkennung.

KI Energieprognosen helfen, Überproduktion zu vermeiden und Lastverschiebungen zu planen. Betreiber profitieren von besserer Auslastung von Speichern und verbesserter Effizienz in Betriebsabläufen.

Cloud-Architektur und Edge-Computing

Cloud EMS Plattformen wie Lösungen auf AWS, Microsoft Azure oder branchenspezifische Clouds von Siemens bieten zentrale Datenaggregation und langfristige Analysen. Clouds skalieren Speicher und Rechenleistung für große Datenmengen.

Edge-Computing ergänzt die Cloud durch lokale Verarbeitung. Damit sinkt die Latenz für zeitkritische Steuerungen. Edge-Computing Energiemanagement reduziert Datenvolumen und ermöglicht schnelle Regelungen bei sicherheitsrelevanten Prozessen.

Hybrid-Modelle kombinieren Cloud-Analytics mit lokaler Optimierung. So bleibt die Datensouveränität gewahrt, welche für deutsche Unternehmen wichtig ist, und gleichzeitig lassen sich Performance und Compliance vereinen.

Produktbewertung: Kriterien zur Auswahl energieeffizienter Plattformen

Bei der Auswahl einer Energiemanagement-Plattform zählt ein klarer Kriterienkatalog. Ein strukturierter Vergleich hilft, funktionale Anforderungen mit wirtschaftlichen Zielen zu verbinden. Die richtige Plattformbewertung Energieeffizienz verhindert Fehlinvestitionen und schafft Planungssicherheit.

Mess- und Reporting-Funktionen

Messdaten müssen granular vorliegen und normkonforme Berichte ermöglichen. Anwender erwarten historische Daten, Benchmarking und Alarmmeldungen bei Grenzwertüberschreitungen.

Flexibles Dashboard-Design und Exportfunktionen sind wichtig für Compliance und interne Audits. Lösungen wie Schneider Electric EcoStruxure Energy Advisor oder Siemens Navigator zeigen, wie umfangreiche Reporting-Module aussehen können.

Interoperabilität mit bestehenden Systemen

Die Plattform sollte gängige Protokolle wie BACnet, Modbus, OPC UA und KNX unterstützen. Offene APIs vereinfachen die Anbindung an ERP-, CAFM- und SCADA-Systeme.

Plug-and-Play-Integrationen reduzieren Projektkosten beim Anschluss von Heizungs-, Klima- und Produktionsanlagen. Anbieter mit großem Partner-Ökosystem erleichtern die Umsetzung vor Ort.

Sicherheits- und Datenschutzaspekte

Datenschutz und IT-Sicherheit sind zentrale Auswahlkriterien Energiemanagement-Plattform. DSGVO-konforme Datenverarbeitung, Rollen- und Rechtemanagement sowie Verschlüsselung in Transit und Ruhe sind Pflicht.

Absicherung von IoT-Endpunkten, regelmäßige Updates, Penetrationstests und Zertifizierungen wie ISO 27001 stärken die Vertrauensbasis. Die Wahl zwischen lokaler Datenhaltung und Hosting in deutschen Rechenzentren beeinflusst Compliance und Betrieb.

Kostenstruktur und Skalierbarkeit

Kostentransparenz ist für Entscheidungen entscheidend. Modelle reichen von Einmal-Lizenzen über SaaS-Abonnements bis zu Pay-per-Use. Hardware, Installation und laufende Wartung müssen in die TCO gerechnet werden.

Eine belastbare ROI-Prognose zeigt die wirtschaftliche Tragfähigkeit. Die Skalierbarkeit EMS Kosten sollten so gestaltet sein, dass Systeme von Einfamilienhäusern bis zu großen Industrieanlagen wachsen, ohne Performance zu verlieren.

Bei der finalen Plattformbewertung Energieeffizienz empfiehlt sich ein Bewertungsrahmen, der Messfunktionen, Integrationsfähigkeit, Sicherheit DSGVO EMS und Skalierbarkeit EMS Kosten gleichwertig gewichtet. So entsteht ein praxisnahes Bild für Entscheidungsträger in Unternehmen und Kommunen.

Praxisbeispiele aus der Industrie und dem Wohnbereich

Im Folgenden stellt der Text konkrete Anwendungen vor, die zeigen, wie digitale Plattformen Energieeffizienz in Gebäuden und Betrieben praktisch umsetzen. Die Beispiele stammen aus realen Projekten in Deutschland und aus bekannten Produktimplementierungen.

Smart-Building-Plattformen in Bürokomplexen setzen auf belegungsbasierte Steuerung von Heizung, Lüftung und Klimaanlage. Systeme wie Siemens Desigo oder Johnson Controls Metasys regeln HVAC automatisch nach Anwesenheitsdaten.

Adaptive Beleuchtung reduziert Stromkosten und verbessert Lichtkomfort durch Präsenzsensoren und tageslichtabhängige Dimmung. CO2-Sensorik steuert die Lüftung und sorgt für gesunde Innenraumluft.

Große Immobilienverwaltungen berichten von niedrigeren Betriebskosten und weniger Ausfallzeiten dank Predictive Maintenance. Solche Smart Building Beispiele belegen messbare Verbrauchsreduktionen und höheren Nutzerkomfort.

Energiemanagement in Fertigungsbetrieben konzentriert sich auf Produktionsoptimierung und Lastverschiebung. Plattformen wie ABB Ability und Siemens MindSphere analysieren Energieflüsse pro Maschine und ermöglichen das Verschieben von Lasten in Niedertarifzeiten.

Die Überwachung einzelner Produktionslinien hilft, Energiespitzen zu vermeiden und die CO2-Bilanz zu verbessern. Hersteller berichten von sinkendem spezifischem Energieverbrauch und besseren Kennzahlen.

Hausautomatisierung für private Haushalte kombiniert smarte Thermostate, intelligente Steckdosen und Energiemonitoring. Systeme wie tado°, Nest und der SMA Sunny Home Manager optimieren Heizprofile und Photovoltaik-Selbstverbrauch.

Die Integration in Sprachassistenten wie Amazon Alexa oder Google Assistant erhöht die Bedienfreundlichkeit. Praxisbeispiele zeigen Einsparungen von 10–30% bei Heiz- und Stromkosten, wenn Thermostate, Zeitprofile und PV-Steuerung zusammenarbeiten.

Praxisbeispiele EMS Deutschland demonstrieren, wie Energiemanagementsysteme in beiden Bereichen Wirkung entfalten. Betreiber nutzen Datenvisualisierung, Alarmfunktionen und Automatisierungsregeln, um Effizienzpotenziale auszuschöpfen.

Diese Anwendungsfälle liefern konkrete Hinweise für die Umsetzung: von der Sensorik über Plattformauswahl bis zur Nutzerakzeptanz. Sie zeigen Wege auf, wie Hausautomation Energieeffizienz und Energiemanagement Industrie in der Praxis verbinden.

Messbare Effekte: Einsparungen, ROI und Umweltvorteile

Digitale Plattformen liefern transparente Zahlen, die Entscheider nutzen können, um Einsparpotenziale zu quantifizieren und Investitionen zu planen. Die Kombination aus Echtzeitdaten und standardisierten Energieeffizienz Kennzahlen schafft die Grundlage für belastbare Vergleiche zwischen Standorten und Maßnahmen.

Anhand konkreter Kennzahlen Einsparpotenziale zeigen

Typische Einsparbereiche lassen sich klar beziffern. Heizenergie kann je nach Maßnahme 10–30% reduzieren. Gewerbliche Stromverbräuche sinken oft um 5–20%. Beleuchtung spart bei Umstellung auf LED mit Steuerung bis zu 70%.

Wichtige Kennzahlen sind kWh-Einsparung pro Jahr, Kostenersparnis in Euro, Peak-Shaving-Werte in kW und die Reduktion der Betriebsstunden ineffizienter Anlagen. Hersteller wie Schneider Electric und Siemens sowie Studien des Fraunhofer-Instituts belegen diese Bandbreiten.

Berechnung des Return on Investment (ROI)

Für eine einfache Amortisationsrechnung werden initiale Kosten für Hardware, Software und Installation den jährlichen Einsparungen gegenübergestellt. Laufende Kosten wie SaaS und Wartung gehören zur Vollkostenbetrachtung.

Ein Beispiel zeigt die Methodik: Anschaffung 50.000 EUR, jährliche Einsparung 12.000 EUR ergibt eine Amortisationszeit von etwa 4,2 Jahren. Förderungen durch KfW oder BAFA können diese Zeit deutlich verkürzen. Solche Berechnungen illustrieren den ROI Energiesparplattform gestützt auf reale Zahlen.

Reduktion von CO2-Emissionen und Nachhaltigkeitsziele

Die Umrechnung eingesparter kWh in CO2 erfolgt mit dem spezifischen Emissionsfaktor des deutschen Strommixes. So werden finanzielle Einsparungen in messbare CO2-Reduktion digitale Plattformen übertragen.

Die Ergebnisse unterstützen Scope‑1/2-Reporting, tragen zu Science‑Based Targets bei und verbessern ESG-Ratings. Operative Emissionen lassen sich kurzfristig senken, was Unternehmen hilft, Nachhaltigkeitsziele verbindlicher zu verfolgen.

Herausforderungen und Grenzen digitaler Plattformen für Energieeffizienz

Digitale Plattformen versprechen große Einsparungen. In der Praxis treten jedoch verschiedene Hürden auf, die Planung und Betrieb verkomplizieren. Diese kurzen Abschnitte beleuchten Daten, Akzeptanz und rechtliche Aspekte.

Datenqualität und -verfügbarkeit

Unvollständige oder fehlerhafte Sensordaten führen zu falschen Prognosen. Unterschiedliche Messfrequenzen und fehlende historische Werte erschweren Analysen. Messungen von Smart Metern variieren in der Genauigkeit.

Ohne saubere Daten entstehen ineffiziente Steuerungen und unzuverlässige Einsparprognosen. Strategien wie Data-Governance, Kalibrierung und Data-Cleansing reduzieren Risiken. Redundante Messungen schaffen zusätzliche Verlässlichkeit.

Akzeptanz bei Mitarbeitenden und Bewohnern

Viele Nutzer fürchten Komfortverlust und Kontrollverlust bei automatischer Steuerung. Datenschutzbedenken schwächen die Bereitschaft, Systeme zu nutzen. Transparente Kommunikation und einfache Oberflächen steigern Vertrauen.

Manuelle Übersteuerungsoptionen und Schulungen fördern die Akzeptanz Smart Building. Beteiligungsprozesse in Firmen und Mieterstrom-Modelle mobilisieren Unterstützung. Solche Maßnahmen erleichtern langfristige Verhaltensänderungen.

Regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen

In Deutschland greifen DSGVO, Mess- und Eichrecht, das Gebäudeenergiegesetz und Vorgaben zu Energieaudits. Förderbedingungen von KfW und BAFA setzen zusätzliche Anforderungen. Änderungen auf EU-Ebene erhöhen die Komplexität.

Nachweisführung bei Audits und Anforderungen an Datenlokalität stellen Projektteams vor Herausforderungen Energiemanagement. Rechtsberatung hilft bei großen Projekten. Zertifizierte Produkte und lückenlose Dokumentation sichern die Einhaltung der Rechtliche Rahmenbedingungen Energiemanagement Deutschland.

Zukunftsperspektiven: Trends und Innovationen für energieeffiziente Plattformen

Digitale Plattformen entwickeln sich weiter: KI-gestützte Optimierungsalgorithmen wie Reinforcement Learning steuern künftig Energieflüsse autonom und verbessern Effizienz in Echtzeit. Die Integration von Photovoltaik, Batteriespeichern und Elektrofahrzeugen schafft flexible, dezentrale Netze und erhöht die Relevanz von Zukunft Energieplattformen für Stadtquartiere und industrielle Standorte.

Vehicle-to-Grid-Lösungen und virtuelle Kraftwerke verknüpfen Mobilität und Netzstabilität. Dadurch entstehen neue Geschäftsmodelle wie Energy-as-a-Service und Performance Contracting. Solche Ansätze unterstützen Trends Energiemanagement, weil sie Nutzungsabhängige Abrechnungen und Marktplätze für Flexibilität ermöglichen.

Regulatorische Anpassungen in der EU und in Deutschland werden Demand Response Zukunft begünstigen und den Smart-Meter-Rollout vorantreiben. Gleichzeitig steigt der Bedarf an digitalen Reporting-Quellen für Nachhaltigkeitsberichte, was Innovationen Smart Grid und Plattformen als zentrale Datendrehscheiben attraktiver macht.

Für Anwender empfiehlt sich eine schrittweise Einführung mit Pilotprojekten, Fördermitteln und Partnern mit Referenzen in Deutschland. Kontinuierliche Updates, Benchmarking und die Teilnahme an Flexibilitätsmärkten sind wichtig. Letztlich entscheidet die Kombination aus Technologie, passenden Geschäftsmodellen und regulatorischer Unterstützung über den Erfolg moderner Energieplattformen.

FAQ

Was versteht man unter digitalen Plattformen für Energieeffizienz?

Digitale Plattformen sind Software-Ökosysteme, die Datenintegration, Visualisierung, Steuerung und Automatisierung von Energieflüssen ermöglichen. Sie sammeln Messdaten von Smart Metern, IoT-Sensoren und Anlagen, bieten Dashboards und Alarme sowie Regelungstools für HVAC, Beleuchtung, Lastmanagement und Predictive Maintenance. Anbieter wie Siemens Desigo, Schneider Electric EcoStruxure oder ABB Ability sind typische Beispiele.

Welche konkreten Vorteile bringen solche Plattformen für Unternehmen und Haushalte?

Für Unternehmen reduzieren Plattformen Betriebskosten, helfen bei Energieaudits nach DIN EN 16247 und unterstützen ESG-Reporting. Sie liefern Echtzeit-Transparenz, minimieren Lastspitzen und ermöglichen automatisierte Optimierungen. Für Haushalte verbessern smarte Thermostate von tado° oder Nest Komfort und senken Heiz- und Stromkosten durch Selbstverbrauchsoptimierung von PV-Anlagen zusammen mit Lösungen wie SMA Sunny Home Manager.

Welche Technologien stecken hinter energieeffizienten Plattformlösungen?

Kerntechnologien sind IoT-Sensorik (Smart Meter, Temperatur-, CO2- und Leistungssensoren), Kommunikationsprotokolle wie BACnet, Modbus, KNX oder MQTT, KI und Machine Learning für Verbrauchsprognosen sowie Cloud- und Edge-Computing für Analyse und lokale Steuerung. Hybride Modelle verbinden Cloud-Analytics mit Edge-Optimierung, um Latenz zu reduzieren und Datensouveränität zu wahren.

Wie wichtig ist Interoperabilität bei der Auswahl einer Plattform?

Sehr wichtig. Eine gute Plattform unterstützt offene Protokolle (BACnet, OPC UA, Modbus, KNX), bietet APIs und lässt sich in ERP-, CAFM- oder SCADA-Systeme integrieren. Ein großes Partner-Ökosystem erleichtert Plug-and-Play-Integration von Heizungs-, Lüftungs- und Produktionsanlagen.

Welche Sicherheits- und Datenschutzanforderungen müssen beachtet werden?

Plattformen sollten DSGVO-konforme Datenverarbeitung, rollenbasiertes Rechtemanagement sowie Verschlüsselung in Transit und im Ruhezustand bieten. Wichtige Maßnahmen sind regelmäßige Updates, Absicherung von IoT-Endpunkten, Penetrationstests und Zertifizierungen wie ISO 27001. Bei Bedarf empfehlen sich lokale Rechenzentren in Deutschland oder der EU.

Welche Einsparpotenziale und Kennzahlen sind realistisch?

Typische Einsparungen liegen bei Heizenergie zwischen 10–30%, im gewerblichen Stromverbrauch bei 5–20% und bei Beleuchtung können bis zu 70% erreicht werden durch LED-Umrüstung und Steuerung. Wichtige Kenngrößen sind kWh-Einsparung pro Jahr, Kostenersparnis in Euro, Peak-Shaving-Werte in kW und CO2-Reduktion durch vermiedene kWh.

Wie berechnet man den Return on Investment (ROI) für solche Projekte?

Zunächst werden Initialkosten (Hardware, Software, Installation) und laufende Kosten (SaaS, Wartung) erfasst. Demgegenüber stehen jährliche Einsparungen. Eine einfache Amortisationsrechnung oder NPV/IRR kann angewendet werden. Beispiel: Anschaffung 50.000 EUR, jährliche Einsparung 12.000 EUR → Amortisationszeit ≈ 4,2 Jahre. Förderungen durch KfW oder BAFA verkürzen die Amortisationszeit.

Welche typischen Herausforderungen treten bei der Implementierung auf?

Häufige Probleme sind mangelhafte Datenqualität, unterschiedliche Messfrequenzen, fehlende historische Daten und Akzeptanzprobleme bei Mitarbeitenden oder Bewohnern. Rechtliche Vorgaben wie DSGVO, Mess- und Eichrecht oder das Gebäudeenergiegesetz (GEG) stellen weitere Anforderungen. Erfolgsfaktoren sind Data-Governance, Nutzerbeteiligung, transparente Kommunikation und zertifizierte Produkte.

Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz in Energieplattformen?

KI und Machine Learning ermöglichen kurzfristige Lastprognosen, Anomalieerkennung, prädiktive Wartung und Optimierung von Regelstrategien. Methoden reichen von Zeitreihenanalysen bis zu neuronalen Netzen und Reinforcement Learning für autonome Regelungen. Das Ergebnis sind geringere Überproduktion, bessere Lastverschiebung und effizientere Nutzung von Speichern und Erneuerbaren.

Lohnt sich Edge-Computing gegenüber reiner Cloud-Lösung?

Edge-Computing bietet geringere Latenz, lokale Echtzeit-Steuerung und reduzierte Datenübertragung. Es ist wichtig für sicherheitskritische Steuerungen und zeitnahe Regelung. Hybride Ansätze kombinieren die Skalierbarkeit der Cloud (AWS, Microsoft Azure, Google Cloud) mit der Performance und Datensouveränität lokaler Edge-Lösungen.

Wie können Unternehmen die Akzeptanz bei Mitarbeitenden erhöhen?

Akzeptanz wächst durch transparente Kommunikation, einfache Benutzeroberflächen, Schulungen und Möglichkeiten zur manuellen Übersteuerung. Beteiligungsprozesse, klar dokumentierte Komfortvorteile und Einbindung in Entscheidungsprozesse fördern die Akzeptanz. Mieterstrom-Modelle oder Pilotprojekte schaffen Vertrauen.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es in Deutschland?

Relevante Förderprogramme kommen von KfW und BAFA, etwa Zuschüsse für Energieeffizienzmaßnahmen oder Förderkredite. Es lohnt sich, spezifische Programme für Gebäudeanpassungen, Beratungsförderung und Investitionen in Energiemanagementlösungen zu prüfen, da Förderungen die Amortisationszeit deutlich verkürzen können.

Welche Anbieter sind auf dem deutschen Markt besonders relevant?

Im B2B-Bereich zählen Siemens (Desigo, Navigator), Schneider Electric (EcoStruxure) und ABB (Ability). Bei Smart-Home-Lösungen sind tado°, Nest, Homematic IP und SMA für PV-Integration verbreitet. Landis+Gyr und Sensirion sind Beispiele für Mess- und Sensortechnik.

Wie passen digitale Plattformen zu den Klimazielen Deutschlands?

Digitale Plattformen tragen zur Reduktion von Energieverbrauch und CO2-Emissionen bei, unterstützen Scope-1/2-Reporting und helfen Unternehmen, klimaneutrale Ziele zu erreichen. Durch bessere Steuerung, Lastverschiebung und Integration erneuerbarer Energien leisten sie einen direkten Beitrag zur Dekarbonisierung von Gebäuden und Industrie.